Videokonfrontation und Feedback

Die von mir in Forschung und Praxis eingesetzte Methode der Videokonfrontation stammt ursprünglich aus der französischen Arbeitspsychologie (autoconfrontation, Clot & Faïta, 2000; Clot et al., 2001; Clot, 2005, 2008). Grundsätzliches Vorgehen ist, eine bestimmte Tätigkeit nicht nur „von außen“ durch Forscherinnen und Forscher oder Beraterinnen und Berater analysieren zu lassen, sondern das Geschehen erst einmal auf Video aufzunehmen. Die beteiligten Personen werden dann mit diesem Video konfrontiert und das Gesehene besprochen. Es handelt sich also um eine gemeinsame Analyse, in der auch die nicht der Beobachtung zugänglichen psychologisch-sozialen Aspekte der Tätigkeit erkundet werden. In den Blick gerückt wird nicht nur das, was getan wird, sondern auch das, was versucht wird zu tun, was nicht geschafft wurde, was eigentlich getan werden sollte, was außerdem noch getan werden könnte etc. Clot et al. (2001) sprechen hier vom „Volumen der Tätigkeit“ (volume de l’activité), das durch das Videokonfrontationsgespräch aufgedeckt wird.

Videokonfrontation kann in Beratungssituationen mit einem detaillierten dialogischen Feedback kombiniert werden, das sich daran orientiert, was auf dem Video zu sehen ist und welches Volumen diese sichtbare Tätigkeit hat. Auch wenn ein Text und nicht ein Video des Schreibprozesses die Grundlage für Feedback sind, bespreche ich die Analyse dieses Texts mit der Schreiberin oder dem Schreiber. Durch Fragen identifizieren wir entwicklungsrelevante Themen, die „hinter“ dem Text stehen und erarbeiten gemeinsam Lösungen und Strategien für die Zukunft.