Mikroanalyse von Texten und Gesprächen

Schriftliche und mündliche sprachliche Äußerungen verstehe ich als Form-und-Sinn-Gestalten, die in einer Situation eine bestimmte kommunikative und kognitive Wirkung haben. Sprecherinnen und Sprecher beziehen sich dabei dialogisch auf andere Äußerungen und re-präsentieren und re-konstruieren diese in veränderter Form. Solche dialogischen Bezüge sind an der sprachlichen „Oberfläche“ erkennbar. Ein mikroanalytischer Blick auf Texte und Gespräche verfolgt die dialogischen Variationen und Bezüge zwischen Äußerungen und arbeitet die subtilen Veränderungen in der Positionierung von Sprecherinnen und Sprechern gegenüber den Äußerungen relevanter Anderer heraus. Es ist interessant zu verfolgen, wie sich die kommunikative und kognitive Wirksamkeit der Äußerungen dabei mit verändert.

Ein solches mikroanalytisches Vorgehen kann nicht nur für Forschungszwecke genutzt werden, sondern ermöglicht auch in der Praxis die Reflektion des eigenen Sprechens oder Schreibens. Gestützt durch Textfeedback oder Videokonfrontation mit der eigenen Tätigkeit werden sprachliche Positionierungen bewusst und können Schritt für Schritt verändert werden.