Qualifizierung von Lehrenden

Meine Tätigkeit in der Qualifizierung von Lehrenden dreht sich um das Thema Sprechen und Schreiben in der Lehre. Die von mir konzipierten Weiterbildungsseminare befassen sich beispielsweise damit, wie wissenschaftliches Arbeiten (Vorträge und Texte) gelehrt werden kann, wie die eigene mündliche und schriftliche Tätigkeit im Unterricht gestaltet werden kann oder wie Feedback für mündliche und schriftliche Leistungen von Lernenden aussehen soll.

Sprechen und Schreiben in der Lehre verstehe ich als dialogische Tätigkeiten. Sowohl die mündlichen und schriftlichen Tätigkeiten der Lernenden als auch die Interaktionen der Lehrenden mit diesen Lernenden in Unterricht, Beratung, Bewertung oder schriftlichem und mündlichem Feedback sind durch die Beziehungen zwischen Lernenden und Lehrenden und anderen relevanten Akteuren geprägt. Qualifizierung heißt, die eigene Position als Lehrende oder Lehrender in diesen dialogischen Prozessen verstehen zu lernen und zu stärken. Lehrende sind auf einem Gebiet erfahrene Personen, die weniger erfahrene Personen einweisen. Aufgrund ihrer Kompetenz erkennen sie die Entwicklungsmöglichkeiten von Lernenden und vermitteln ihnen nicht abstraktes, sondern in diesem Moment gebrauchtes Wissen. Ein gutes Vorbild ist der Handwerkermeister, der dem Lehrling bei seiner Arbeit über die Schulter blickt, ihn anleitet, entwicklungsrelevante Fragen stellt und wichtige Handgriffe vormacht.

Mein Ziel ist es, auf Basis meiner eigenen Forschung die mikroanalytischen Fähigkeiten von Lehrenden in Bezug auf die mündliche und schriftliche Performance der Lernenden stärken. Feedback und Beratung, sowohl schriftlich als auch mündlich, werden als zentrale Kompetenzen von Lehrenden verstanden und ihre Gestaltungsmöglichkeiten reflektiert, geübt und weiterentwickelt. Lehrende lernen neue Methoden zur Gestaltung dieser Tätigkeiten kennen. Dazu gehören verschiedene Feedbackformate und Peer-to-peer-Methoden, die in den Lehralltag integriert werden können.

Außerdem gehört zur sprachbezogenen Qualifizierung von Lehrenden die Frage, wie die Potentiale mündlicher und schriftlicher Darstellungen am besten für die eigene Lehre genutzt werden können. Schreiben kann jenseits der typischen wissenschaftlichen Genres in die Lehre integriert werden.

Schließlich ist es mir wichtig, den Austausch zwischen Lehrenden zu stärken: Haben andere dieselben Fragen oder Probleme? Welche Vorgehensweisen haben andere und wie kann ich diese für meinen eigenen Kontext nutzbar machen? Auch hier spielt der Dialog eine wesentliche Rolle und ermöglicht die Entwicklung der eigenen Lehrtätigkeit.


Zu meinen Auftraggebern gehören: