Forschung

In meiner Forschung beschäftige ich mich mit dem Prozess des Schreibens, der Person der Schreiberin oder des Schreibers und den vielen Beziehungen, in denen Schreibende stehen.

Positionierung in Texten

Auf welche Art und Weise und als wer werden Schreiber*innen in ihren Texten sicht- und hörbar? Wie positionieren sie sich gegenüber anderen relevanten Personen und Instanzen, z.B. ihren Leser*innen oder ihrer Fachcommunity? Wie verändern sich solche Positionierungen durch Textfeedback, also wenn Schreiber*innen die Reaktionen echter Leser*innen auf ihre Texte direkt in Erfahrung bringen?

Schreiben als Dialog

Dass Schreiben ein sozialer Prozess ist, zeigt sich nicht nur in Texten. Auch der Schreibprozess selbst - das Planen, Aufschreiben, Lesen, Reflektieren und Überarbeiten - hat die Form eines Dialogs mit erinnerten, antizipierten und imaginierten Anderen. Weil Schreibprozesse oft still verlaufen, muss dieser Dialog durch ein methodisches Eingreifen hörbar gemacht werden. Hierfür habe ich in Anlehnung an ein arbeitspsychologisches Vorgehen die Methode der Videokonfrontation für die Schreibforschung entwickelt: Schreibende werden gefilmt und setzen sich später in einem videogestützten Interview gemeinsam mit der Forscherin oder dem Forscher mit den Aufnahmen ihres Schreibprozesses auseinander. Gemeinsam reflektieren sie, was sich ereignet hat, was geplant und ungeplant war, was eigentlich geschehen sollte usw. Dabei spiegeln und rekonstruieren die Schreiber*innen Momente ihres inneren Dialogs bei Schreiben.

Nachwuchswissenschaftlerinnen
schreiben

In meinem jüngsten Forschungsprojekt beschäftige ich mich mit den Übergangsprozessen in die Wissenschaft während der Promotions- und Postdoc-Phase. Ich untersuche, wie Schreiberinnen ihren Übergangsprozess (re-)konstruieren und welche individuellen und kollektiven Stimmen in ihren Diskursen rund um ihre akademischen Schreibpraktiken hörbar werden.